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Artoff1478 1

Weihnachtsstimmung in der Provence

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Die Weihnachtszeit in der Provence erstreckt sich von der Heiligen Barbara bis zum Lichtmess, wobei eine Vielzahl von Traditionen, Festen, Riten und Bräuchen die Städte und Dörfer beleben. „Bòn Nové“ – so sagt man hier in der Provence „Frohe Weihnachten“!

Das Barbusfest  Die Verheißungen der Ernte säen

Die Weihnachtskalenden beginnen am 4. Dezember, dem Tag der Heiligen Barbara. An diesem Tag sät man in mehreren Untertassen auf einer Schicht aus frischem Moos einige Weizenkörner aus.

In den 20 Tagen zwischen dem Tag der Heiligen Barbara und Weihnachten wachsen aus diesen Samen hübsche grüne Triebe, die als Vorboten der zukünftigen Ernten gelten.

Am 25. Dezember, wenn die Körner gut gekeimt sind, sagt man, dass die Ernte gut ausfallen wird. Die schönste der Untertassen wird auf den Weihnachtstisch gestellt, die anderen kommen in die Krippe, zwischen die Felsen und Büsche.

La Sainte-Luce  Den Winter vertreiben

Die „Sainte Luce“, die am 13. Dezember stattfindet, feiert den ersten Einbruch des Winters. Der Beginn des Winters wird durch das Sammeln von Mistel und Stechpalme angekündigt, deren sakrale Bedeutung auf alte vorchristliche Glaubensvorstellungen zurückgeht.

Die Mistel besaß bei den Druiden eine wundersame Kraft; man hängt sie vor Weihnachten als Zeichen des Friedens und des Wohlwollens über die Türen. Die Stechpalme hat eine starke spirituelle Bedeutung; sie steht für den brennenden Dornbusch des Moses und die Dornenkrone Christi. Ihr wird eine Schutzkraft gegen Hexerei zugeschrieben.

Der Einzug des Winters kündigt die Kälte an, die Anlass zu allerlei Aberglauben gibt. Am Tag der Heiligen Lucia ist das Anzünden von Lichtern (Kerzen, Laternen…) am Fenster eine Möglichkeit, den bösen Flüchen des Winters zu entgehen.

Die Krippe und die Krippenfiguren  Ein lebendiges Kulturerbe

Sobald der Barbaratag vorbei ist, kann man die „Krippe aufstellen“. Dies ist ein wichtiger Moment im Familienleben der Provence, denn die Krippenfiguren werden vom Vater an den Sohn weitergegeben.

Der Ursprung der Krippe reicht weit zurück. Ihre Erfindung wird dem Heiligen Franz von Assisi zugeschrieben, der in einem verlassenen Stall das Weihnachtsspiel mit lebenden Menschen und Tieren nachstellen ließ. Mit der Revolution entstand der Brauch, in jedem Haushalt eine Krippe aufzustellen, und diese schöne provenzalische Tradition breitete sich bald auf alle Regionen Frankreichs aus.

Die authentische Krippe ist eigentlich eine ideale Darstellung eines provenzalischen Dorfes, in dem jeder seinen Platz hat, auch die Tiere. Das Dekor ist eine zweiteilige Darstellung des Gemeinschaftslebens mit seinen Häusern, seinem Brunnen, seinem Backofen, seiner Mühle, den Kiefern, den Olivenbäumen … sowie einen Stall mit dem Jesuskind, Maria, Josef, dem Esel und dem Ochsen und dem Stern, der die Heiligen Drei Könige und die Dorfbewohner, die zu Besuch kommen, den Weg weist. Am Tag der Lichtmess wird die Krippe „abgebaut“.

Doch die Krippe, das ist vor allem der „Santon“,auf Provenzalisch „Santoun“, was „kleiner Heiliger“ bedeutetund aus einer Originalform stammt, die zahlreiche beliebte provenzalische Figuren darstellt.

Einige Figuren  mit vielsagenden Namen

Roustido, die sympathische Bürgerliche mit dem roten Regenschirm, den ihr Mann hält,
Bartomiou, der unverbesserliche Trunkenbold, der eine lange Baumwollmütze trägt und dem Jesuskind einen flachen, trockenen Kabeljau darbringt,
Pistachié, der große Schluffi, der einen mit Weizensäcken beladenen Esel führt,
Lou Ravi, der voller Bewunderung die Arme zum Himmel reckt,
Der Bäckerund sein Korb mit Fougasses,
und die Knoblauchverkäuferin, die Fischhändlerin, die Bauernjungenmit der Laterne,der Fischer mitseinem Netz über der Schulter,die Anbeter(kniende Figuren)…

Der „Santon“ ist ein rein provenzalisches Phänomen, das sich nahtlos in die Traditionen der „Calendes“ einfügt. Naiv und lustig, vertraut und doch würdevoll – diese kleinen Figuren bereiten den Kindern der Provence schon seit langem große Freude, bevor sie auch die Erwachsenen erst in ihren Bann ziehen und dann zum Schmunzeln bringen.